Bibliotheksalltag

Kleine Tauschbibliotheken und Corona-Virus

Dieser Text wurde zuerst auf engl. veröffentlicht auf https://victoriaplacemaking.ca/ . Danke für die freundliche Genehm.:

Liebe Freunde der kleinen Tauschbibliotheken, der Littelfreelibrarys, und besonders unserer kleinen Gutsbibliothek

Wir hoffen, dass Ihr Eure geistige und körperliche Gesundheit während der Corona-Pandemie und der Kontaktsperre aufrecht erhalten könnt.

Wie ist nun mit kleinen Tauschbibliothek in Zeiten von Corona bzw. Covid-19? Wie Ihr wisst, sind wir Leute, die kleine freie Bibliotheken unterstützen, wir sammeln gespendete Bücher und bestücken die kleinen Bibliotheken (LFLs) mit neuen Büchern. Die Bibliotheken selbst gehören und werden betrieben von Organisationen oder – in den meisten Fällen! – von Personen, die sich dem Gemeinsinn verpflichtet füllen.

Während dieser Krisenzeit wollen wir natürlich die Unterstützung und die Benutzung von LFLs weiter ermöglichen. Wenn Ihr spazierengeht oder das Rad benutzet, ist die Benutzung einer kleinen Tauschbibliothek eine sichere Sache, wenn Ihr dabei die vorgeschriebenen Abstandsregeln beachtet: Zwei Meter oder zwei Armlängen von anderen. Bitte dran denken: Das Virus ist nicht von der Art, dass es durch die Haut zu Euch kommen kann. Das gilt auch, wenn ihr besorgt seid, etwas an der kleinen Bibliothek anzufassen oder ob die Bücher den Virus übertragen könnte. Wascht Eure Hände regelmäßig, faßt Euch nicht ins Gesicht, dann kann auch nichts passieren. Bücher können den Virus nicht übertragen!

Für die Betreuer von kleinen Tauschbibliotheken ist es es eine tolle Zeit, die LFLs regelmäßig mit Büchern zu bestücken und sie zu pflegen. Unsere kleine Gutsbibliothek wird daher auch in Corona-Zeiten weiter offen bleiben. Aber wir verstehen auch Leute, die ihre Bibliothek jetzt lieber schließen wollen. Dann aber bitte alle Bücher herausnehmen und einen Hinweiszettel für die Benutzer hinterlegen!

Und noch ein wichtiger Hinweis: Wenn ihr krank seid oder in Quarantäne, bitte tauscht oder nutzt Bücher nicht in Eurer kleinen Bibliothek bis ihr frei von Symptomen seid.

Unsere kanadischen Freunde werden ein schönes LFL-Picknick veranstalten, wenn alles überstanden ist. Wir können dann nur virtuell daran teilnehmen, aber wer weiß?

Und hiermit herzlichen Dank an alle Besitzer oder Betreuer von kleinen Tauschbibliotheken weltweit. Bleibt gesund und lebt lange und in Frieden!

Euer Gutsbibliothekar

Lesestoff

Das neue Jahr und der #Lesemittwoch

Habt ihr auch zu wenig Zeit zum Lesen? Warum sich nicht einfach die Zeit nehmen und zusammen lesen! Auf Twitter und anderswo können Menschen sich auch darüber austauschen.

Die Idee für den #Lesemittwoch und den Austausch auf Twitter oder wo auch immer hatte der „Buchladen Neusser Straße & nebenan“ in Köln. Seit Januar 2020 muß auch die Buchhandlung Molsberger im Steinweg in Halle (Foto) mitmachen. Pech, dass sie auf meinem Nachhauseweg liegt.

Nicht unglücklich sein, lesen!

Wie alles begann, erzählen die Buchhändlerinnen aus Köln hier… Da erfahrt ihr auch, wie ihr mitmachen könnt. Und ich erfahre, was ich alles falsch gemacht habe, weil ich schon am Nachmittag anfange zu lesen. Aber zu viel lesen, schadet doch nicht, oder? „Jeder darf sich eingeladen fühlen und sich uns mit dem Hashtag #lesemittwoch anschließen. Ihr müsst dafür nichts weiter tun als: Eine Stunde lang lesen.“

Vor dem Lesen kann man sich auch Buchtipps holen. Diese Woche haben meine Buchhändlerinnen aus dem Steinweg den Titel von Sophia Mott „Mein Engel, mein alles, mein Ich“ empfohlen. Passend zum Beethovenjahr geht es um Ludwig und die Frauen. Beim Hereinlesen ergab sich bereits eine spannende Frage auf den ersten Seiten: Verliert der Tastenzauberer seine Unschuld? Und mit wem? Das ist schon etwas Klatsch aus der Klassik. Aber gut geschrieben und die Quellen werden herrlich trocken kommentiert.

Bevor es endlich ans Lesen geht, schaue ich natürlich noch in unsere kleine Gutsbibliothek, was es dort zu lesen gibt:

Auch in die nächste #Littlefreelibrary schauen

Die kleine Gutsbibliothek hat auch ein neues Buch zu bieten: „Hitler Trauzeuge“ von Peter Keglevic. Die letzten Wochen der Nazidiktatur als Groteske: Zu Hitlers Geburtstag soll in den letzten Kriegswochen noch einmal ein Lauf durch Deutschland stattfinden. Ausgerechnet ein flüchtiger Jude wird mitlaufen und am Ende ausgerechnet Hitlers Trauzeuge werden.

Genug Auswahl ist also vorhanden. Deswegen soll es jetzt auch ans Lesen gehen. Nicht nur jeden Mittwoch.

Der Bibliothekar der kleinen Gutsbibliothek

Bibliotheksbau

Sturmschaden

Seit dem 10. März ist unsere Kleine Gutsbibliothek leider nicht mehr in Betrieb. Schuld daran ist das Sturmtief Eberhard. Der Wind hat so lange an den Bibliothek gerüttelt, bis einer der Pfosten durchgebrochen ist und sie umfiel. Soweit erkennbar, haben die Bücher keinen Schaden genommen. Wir haben sofort alles gesichert.

Nun heißt es zu überlegen, wie die Kleine Gutsbibliothek neu aufgestellt werden kann. Wir haben überlegt, sie beim neuen Aufstellen auf einer alten Bank zu fixieren und damit gleichzeitig eine Sitzgelegenheit zum Lesen zu schaffen. Dabei bleiben wir auch der Linie treu, die kleine Bibliothek nur aus gebrauchten Bauteilen zu errichten.

Die wichtigste Frage: Wann kann die Kleine Gutsbibliothek wieder benutzt werden? Das ist momentan schwer zu sagen. Allerdings sind wir zuversichtlich, dass es ab Mai 2019 wieder heißen kann: Nimm ein Buch, bring ein Buch! Bitte Daumen drücken!

Bibliotheken

Kleine Bibliotheken im Winter 18/19

Es gibt eine weitere kleine Bibliothek (#littlefreelibrary) auf unserer Insel in der Saale: Das Peißnitzhaus hat im Wintercafé jetzt einen großen Bücherschrank! Wenn bei uns also die Bibliothek überläuft, kann ich dort einige Bücher hinbringen, um festzustellen, dass der Schrank dort auch schon gut gefüllt ist: Leute, lest mehr!

Bücherschrank im Peißnitzhaus

Aber es ist noch von einer weiteren kleinen Bibliothek zu berichen: Wir waren in der Weihnachtszeit in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs, wollten nach Rügen. Auf dem Weg haben wir einen Stopp gemacht, um einen Mitreisenden abzusetzen. Dabei fanden wir eine alte Telefonzelle voll mit Büchern. Die Regeln dort waren sehr bibliothekarisch.

Im Februar 2019 hatten wir eine Lesung: Die irgendwiejüdische Autorin Juna Grossmann besuchte Halle und las in den Franckeschen Stiftungen. Hier ein kurzer Bericht.

Es war eine tolle Lesung! Natürlich hat unsere kleine Bibliothek dafür auch Werbung gemacht:

Euer Bibliothekar der kleinen Gutsbibliothek